Metatrends für das Internet der Dinge und der Dienste

Als Innovationstreiber für das Internet der Zukunft dienen im Grunde genommen alle aktuellen und entstehenden Informations- und Kommunikationstechnologien, wie das Breitband-Internet, drahtlose Kommunikationstechnologien, Grid- und P2P-Technologien, Videoverarbeitung, 3D und natürlich das Semantic Web. Aber welche Änderungen bringt das Internet der Zukunft mit sich? Welche Trends zeichnen sich bereits ab?

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Technologiekonvergenz

Das Internet der Zukunft wird von der Konvergenz der Technologien gekennzeichnet sein: Semantische Technologien und künstliche Intelligenz werden als Basistechnologien für die Informationsverarbeitung, Formalisierung von Wissen und Herstellung von Interoperabilität dienen und Eingang in nahezu alle vielversprechende „neue Technologien“ wie RFID, IPTV, 3D Internet, Augmented Reality, Mobile Internet, Mensch-Maschine-Interaktion, Sensortechnologien usw. finden.

 A5: Anytime, anywhere, anyway, anyone, anyThing

Die benötigten Informationen und Inhalte werden überall und jederzeit, geräteunabhängig, jeder Person und jedem Objekt zur Verfügung stehen.

Seamless Media

Interoperable Informationen, Wissen, Objekte und Netzwerke werden durch die allgegenwärtige Vernetzung nahtlos ineinander integriert, so dass Übertragungs- und Formatverluste der Vergangenheit angehören werden. Die semantisch annotierten, interoperablen Inhalte werden nutzer- und situationsspezifisch aufbereitet und können formatunabhängig auf mehreren Ausspielkanälen wiedergegeben werden. Wissen aus verschiedenen Wissenssystemen wird verknüpft und neue, bislang verborgene Zusammenhänge können automatisiert entdeckt werden.

Reduktion von Infoplosion

Semantische Technologien in Webapplikationen und Software werden diese zu Antwortmaschinen weiter­entwickeln. Aus der Vielfalt der Informationen werden nur die relevanten Ergebnisse zentral, jedoch mit wichtigen Zusatzinformationen angereichert und nutzerspezifisch dargestellt.

Semantische Technologien in Software und Geschäftsprozessmanagement werden die Geschäftsprozesse intelligent unterstützen und der Reduktion von Komplexität in vielen Bereichen dienen, indem Echtzeitdaten, wie z.B. Sensordaten oder externe Informationsquellen, automatisiert analysiert, aufbereitet und weiterverwendet werden. Die notwendigen Informationen zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und im richtigen Kontext werden über die Erfolge und Misserfolge der Unternehmen entscheiden.

Von der Informations- zur Wissensgesellschaft

Mit der Weiterentwicklung von Agententechnologien werden diese nicht nur den Nutzungskontext berücksichtigen, sondern auch die Präferenzen und das direkte und indirekte Verhalten des Nutzers einbeziehen und sich mittels sprachlicher oder visueller Interaktion mit dem Nutzer steuern lassen. Die unstrukturierte Informationsflut wird so zu Wissen und die Informationsgesellschaft wird auf diese Weise zu einer Wissensgesellschaft.

Von Produkten zu komplexen Dienstleistungen

Das Internet der Dinge und der Dienste wird von immer günstiger werdenden RFID-Tags profitieren, die in den nächsten Jahren schon im einstelligen Centbereich verfügbar sein werden. In vielen Anwendungsfeldern werden die dezentrale Vernetzung von Objekten und die intelligenten Wissenssysteme signifikante Effizienzvorteile ermöglichen, aber auch die Produktionsverfahren und Wertschöpfungsketten enorm beeinflussen.

Die Personalisierung der Dienstleistungen durch die kostengünstige Berücksichtigung der Nutzer­präferenzen und des Nutzungskontexts wird die traditionellen Produktionsverfahren im Zeitalter des Internet der Dienste grundlegend verändern. Die Veränderungen, denen die Verlags- und die Medienbranche durch die zunehmende Verlagerung des Inhaltekonsums ins Internet und dem zunehmenden Wunsch nach individuell zusammengestellten Inhalten ausgesetzt ist, wird sich auch auf traditionelle Konsumgüterbranchen ausweiten. Intelligente Produkte wie Autos, Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, Kleidung, Lebensmittel usw. werden uneingeschränkt mit nutzerspezifischen Funktionen und zusätzlichen Services ausgestaltet werden. Im Ergebnis werden Produkte und Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs in komplexe Dienstleistungen transformiert, an denen viele Wertschöpfungspartner beteiligt sind. Dafür müssen sich jedoch insbesondere traditionelle Unternehmen öffnen und nicht nur offene Standards und Schnittstellen einführen, sondern v.a. ihre Wertschöpfungsketten gegenüber Kooperationen öffnen.

Virtuelle Marktplätze

Der Zugang zu virtuellen Marktplätzen sowie die Servicevermittlung mittels automatisierter Systeme werden v.a. kleinen und mittleren Unternehmen weiterhin vorteilhafte Chancen eröffnen, spezialisierte Nischenprodukte und Dienstleistungen einem globalen Nutzerkreis anzubieten. Für die Bereitstellung der webbasierten Dienste über virtuelle Marktplätze wird insbesondere das vergleichsweise neue Modell „Software-as-a-Service“ weiterhin an Bedeutung gewinnen und auch vielen kleinen und mittelgroßen Anbietern einen kostengünstigen Zugang zu den Plattformen ermöglichen, um ihre innovativen Dienstleistungen in komplementäre digitale und reale Produkte und Dienstleistungen zu integrieren. Dadurch werden auch Produkte zu komplexen, personalisierten Dienstleistungen, die automatisiert mittels semantischer Service-Broker bedarfsspezifisch zusammengestellt werden.

Ubiquitäre soziale Interaktion und Mobilität

Die Interaktion mittels aufkommender sozialer Netzwerke und Mikroblogging-Dienste wird ortsunabhängig, video-, sprach- und 3D unterstützt die räumlichen Distanzen überwinden und v.a. die Entertainment-Branche, Medien-Inhalte, Spiele, aber auch den Arbeitsplatz zu einem interaktiven Erlebnis ausbauen und die Grenzen zwischen der realen und digitalen Welt weitgehend verwischen. Dabei werden die Bedienoberflächen der Ausgabegeräte wie PC, TV und mobiler Endgeräte dank der Mensch-Maschine-Interaktionsforschung eine intuitive Nutzung ermöglichen und somit immer noch bestehende Nutzungsbarrieren abbauen. Insbesondere die Kombination von semantischer Wissensrepräsentation mit Sprach-, Objekt­erkennungs- und Augmented Realtiy-Technologien wird den Computern das „hören“ und „sehen“ beibringen und v.a. helfen die unnatürlichen Grenzen zwischen der realen und der virtuellen Welt abzubauen.

Das ist natürlich nur unsere, subjektive Einschätzung, wie das Internet der Zukunft die Welt verändern wird. Über weitere Ideen und Zukunftsvisionen würden wir gerne mit Ihnen diskutieren.

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